“Bereitet dem Herrn den Weg” – Gedanken zum 3. Advent

Diesen Dezember muss man auch in Taucha und Leipzig gelegentlich mal Schneeschaufel und Streueimer rausholen. Die weiße Pracht beglückt uns seit einigen Tagen immer mal wieder. Die Kinder freut’s, die Autofahrer weniger. Der Winterdienst muss die Straßen räumen und die Anwohner die Gehsteige von Schnee und Eis befreien. Den Weg bereiten sozusagen.

Das passt ja auch gut zum Advent. Der Advent ist auch eine Zeit der Wegbereitung. „Bereitet dem Herrn den Weg; denn siehe, der Herr kommt gewaltig!“ (Jes 40, 3.10) heißt es in der Bibel. Für Gott den Weg bereiten, damit er in wieder neu in meinem Leben wirken kann. Was brauche ich dazu? Nicht unbedingt Schneeschaufel und Streusalz, sondern eher Zeit, Muse und auch Mut.

Ursprünglich war die Adventszeit eine Fastenzeit. Das heißt jetzt nicht, dass ich Glühwein und Stollen links liegen lassen muss. Fasten heißt ja: Mal eine zeitlang ein etwas anderes Leben auszuprobieren. Dinge sein lassen, die mich zu sehr binden und andere zu wagen, die mich auf neue Wege führen. Zum Beispiel mal Kontakt mit Leuten aufnehmen, an denen ich bisher vorbei gegangen bin. Wenn ich Glück habe, treffe ich die sogar beim Schneeschippen…

Noch eine gesegnete Adventszeit wünscht,
Pfarrer Nico Piehler