Gedanken zum Advent

„Endlich wieder ein normales Weihnachten“ – So höre ich es derzeit von vielen. Nach zwei Jahren Pandemie können wir wieder ohne Einschränkungen die Adventszeit begehen mit tollen Weihnachtsmärkten, Weihnachtsfeiern, Konzerten, Geschenkeshopping und Familientreffen. Ich freue mich auch auf die kommenden Wochen und werde die Zeit genießen. Doch unter der fröhlichen Oberfläche steckt in diesem Jahr auch eine ganze Menge Sorgen: Ukrainekrieg, Energiekrise und Inflation dämpfen die Weihnachtsfreude und engen das Herz ein. Lange war die Zukunft nicht mehr so ungewiss wie in diesem Jahr.
Die Adventszeit dagegen macht uns Mut zur Offenheit: „Machet die Tore weit und die Türen in der Welt hoch, dass der König der Ehre einziehe.“ (Ps 24,7). Offen sein für die Zukunft, egal, was sie bringt – das kann ich, weil ich darauf vertraue, dass Gott selbst die Zukunft in der Hand hält und unseren Weg zu einem guten Ziel führen wird. Aus diesem Vertrauen heraus kann ich auch offen und mit weitem Herzen anderen begegnen. Ich darf mit offenen Augen durch die Welt gehen und entdecken wieviel Licht es trotz all der Dunkelheit doch noch gibt. Das wünsche ich uns allen für die kommenden Wochen.

Allen eine besinnliche und gesegnete Adventszeit!
Pfarrer Nico Piehler

Macht hoch die Tür, die Tor macht weit;
Es kommt der Herr der Herrlichkeit,
Ein König aller Königreich,
Ein Heiland aller Welt zugleich,
Der Heil und Leben mit sich bringt;
Derhalben jauchzt, mit Freuden singt:
Gelobet sei mein Gott,
Mein Schöpfer reich von Rat.

Evangelisches Gesangbuch (EG), Lied Nr. 1

Bild: Nikola Knezevic from onsplash.com