Gedanken zum Ewigkeitssonntag

Viele von uns haben Tränen vergossen in den letzten Wochen und Monaten. Haben geweint. Am Bett. Am Grab. Ganz im Verborgenen oder gemeinsam mit anderen. Still und leise – oder auch laut und heftig.
Haben Tränen vergossen um einen Menschen, der nun fehlt.
Tränen vor Erleichterung, weil das unerträgliche Leiden endlich vorbei ist. Tränen, weil es so furchtbar weh tut.
Tränen der Verzweiflung: Wie soll es weiter gehen? Tränen um versäumte Momente, um das, was nicht war und was doch hätte sein können. Tränen, die nicht aufhören wollen zu fließen. Tränen vielleicht auch, die noch nicht nach draußen können. Ungeweinte Tränen.
Johannes schreibt in der Offenbarung: „…Und ich sah einen neuen Himmel und eine neue Erde… und Gott wird abwischen alle Tränen von ihren Augen, und der Tod wird nicht mehr sein, noch Leid noch Geschrei noch Schmerz wird mehr sein…“
Wie das wohl ist, wenn Gott uns über die tränenfeuchten Wangen streicht? Möge es doch so sein, dass auch wir etwas davon spüren und heute schon Trost erfahren im Blick auf die Zukunft und die Ewigkeit.

von Norbert Rentsch