Seine und meine Passion

Eine kurze Andacht zum Beginn der Passionszeit. 
Was heißt eigentlich Passion? Darf es da immer nur traurig zugehen? Was hat die Passionszeit mit mir zu tun?

Diese Woche beginnt die Passionszeit. Viele sprechen auch von der Fastenzeit. Mir ist das Wort Passionszeit aber lieber. Passion – klar, da geht es erstmal um das Leiden Jesu, denn Passion = Leiden. Das klingt erstmal traurig. Wir erinnern uns an das Leiden und Sterben von Jesus. Doch Passionszeit ist mehr als Erinnerung und erstrecht nicht nur Trauer. Sondern wie Jesu Jünger gehen wir in diesen Wochen den Weg nach Jerusalem auch selbst innerlich mit. 

Seht, wir gehen hinauf nach Jerusalem, und es wird alles vollendet werden, was geschrieben ist durch die Propheten von dem Menschensohn.

Lukas 18,31b

Auch wenn Jesus schon am Anfang dieses Weges von seinem Leiden und Sterben gesprochen hat, so wird seinen Jüngern erst nach und nach klar, was dies wirklich bedeutet. So kann die Passionszeit auch für uns eine Zeit sein, uns wieder neu bewusst zu machen: Wer ist dieser Jesus eigentlich für mich?

Diese Frage kann ich aber nie losgelöst von einer anderen Frage beantworten: Wer bin ich eigentlich selbst? Auch das hat etwas mit Passion zu tun: Denn Passion heißt ja nicht nur Leiden, sondern auch Leidenschaft. In Jesu Leiden zeigt sich seine grenzenlose Leidenschaft für uns Menschen.

“Wer ist dieser Jesus für mich? Wer bin ich eigentlich selbst?”
Beide Fragen gehören immer zusammen.

Und wo liegt meine Leidenschaft, meine Passion? Wer oder was treibt mein Leben an? Wofür würde ich durchs Feuer gehen? Schwierige Fragen. Aber sie können helfen zu mir selbst zu finden und zu erkennen, was wirklich wichtig ist. Dabei kann mich übrigens durchaus auch das Fasten unterstützen. Einfach mal versuchen Dinge wegzulassen, die mich zu sehr ablenken und die meine Sinne verstopfen.

Aber egal ob nun Fasten- oder Passionszeit, ich wünsche Euch:
Mögen diese Wochen für Euch eine gesegnete Zeit sein, in der Ihr Gott und Euch selbst näher kommt.

Herzliche Grüße,
Euer Pfarrer Nico Piehler

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