Gedanken zum 2. Advent

Kaum zu glauben: Ganz früher war die Adventszeit eine Fastenzeit. Nach heutiger Leseart bedeutet Fasten Verzicht: Keine Schokolade, keinen Alkohol, keinen Medienkonsum, keinen Kaffee usw. 

In Corona-Zeiten sind wir gezwungen, auf unfassbar viele Dinge ohnehin bereits zu verzichten. Wir denken dabei auch an all die Menschen, die finanziell, physisch und psychisch unter diesen Bedingungen leiden. Und da soll ich extra noch fasten…?

Frage ich Grundschüler im Unterricht, worauf sie verzichten könnten, kommen schnell Antworten wie „Schokolade“, „Gummibärchen“ oder „Hausaufgaben“ und „Leistungskontrollen“. 
 Worauf sie aber nicht verzichten können und wollen, sind die tollen Spielzeiten im Hort, intensive Gespräche mit Freundinnen, gemeinsames Kuscheln mit den Eltern… 

Wir möchten Mut machen, die l(i)ebenswerten Dinge auch und gerade im Advent bewusst zu genießen und damit vielleicht den Grundschülern in ihrem manchmal naiven, jedoch lebensbejahendenDenken nachzueifern. Wir möchten Mut machen, die richtigen Dinge zu tun. Alltäglichkeiten wieder richtig wahrzunehmen, statt einfach zu konsumieren. Und nicht zuletzt: Gott im eigenen Leben Raum und Zeit einzuräumen. 

„Probiert es aus und erlebt selbst, wie gut der Herr ist! Glücklich ist, wer bei ihm Zuflucht sucht!“ (Psalm 34, Vers 9)

Einen gesegneten 2. Advent!

(Text Norbert Rentsch, Bild: Kira auf der Heide von unsplash.com)